So liest du dein Feedback
Nach jedem Training bekommst du ein ausführliches Feedback. Hier erfährst du, was die einzelnen Teile bedeuten, wie die Punkte zustande kommen und wie du das Feedback am besten für dein nächstes Gespräch nutzt.
Das Wichtigste in Kürze
- Bewertet wird nicht, wie viel du von etwas zeigst, sondern ob deine Aussage zum Moment passt.
- Jede deiner Aussagen wird einzeln angeschaut — auf sechs Dimensionen guter Gesprächsführung.
- Zu jeder Aussage gibt es Stärken, bei Bedarf Verbesserungsvorschläge und immer zwei alternative Formulierungen.
- Die Gesamtnote verbindet zwei Blickwinkel: wie gut du in den einzelnen Momenten reagiert hast — und was das Gespräch insgesamt erreicht hat.
- Maßstab ist immer der Gesprächsauftrag des Szenarios: Worum ging es in diesem Gespräch?
- Das Feedback ist eine begründete Einschätzung, keine exakte Messung. Am meisten sagt die Entwicklung über mehrere Trainings.
Wie dein Feedback entsteht
Das Feedback erstellt ein KI-Coach, der auf etablierten Modellen der Gesprächsführung aufbaut (zum Beispiel Motivational Interviewing oder gemeinsame Entscheidungsfindung). Das passiert in vier Schritten:
- 1Du führst das Gespräch
Das Gespräch besteht aus Sequenzen. Eine Sequenz ist ein Wechsel: deine Aussage und die Antwort deines Gegenübers.
- 2Jede Sequenz wird bewertet
Schon während des Gesprächs wird jede Sequenz für sich angeschaut — mit Punkten, Begründungen, Stärken, Vorschlägen und alternativen Formulierungen.
- 3Du reflektierst (freiwillig)
Am Ende kannst du aufschreiben oder einsprechen, wie du das Gespräch erlebt hast. Darauf bekommst du eine eigene Rückmeldung. Du kannst den Schritt auch überspringen.
- 4Das ganze Gespräch wird bewertet
Zum Schluss wird das Gespräch als Ganzes eingeschätzt: Was ist gelungen, was bleibt offen, wurde der Gesprächsauftrag erfüllt? Daraus entstehen Zusammenfassung und Gesamtnote.
Der Gesprächsauftrag
In der Regel hat jedes Szenario einen Gesprächsauftrag — zum Beispiel eine Entscheidung gemeinsam treffen, eine schwierige Nachricht überbringen oder einen Konflikt klären. Oft ist er für das Szenario noch genauer beschrieben. Der Auftrag ist der Kompass der ganzen Bewertung: Jede Aussage wird daran gemessen, ob sie das Gespräch diesem Ziel näherbringt — ohne dabei über das Tempo und die Gefühle deines Gegenübers hinwegzugehen.
Der Maßstab: Passt es zum Moment?
Gute Gesprächsführung heißt nicht, möglichst viele Techniken unterzubringen. Es heißt, das zu tun, was dieser Moment braucht. Genau das bewertet das Feedback.
Man kann auf zwei Arten danebenliegen
Zu wenig: Was der Moment gebraucht hätte, kommt zu kurz — etwa, wenn eine deutlich spürbare Sorge übergangen wird.
Zu viel oder zur falschen Zeit: Etwas an sich Gutes passt gerade nicht — etwa eine weitere Nachfrage, obwohl dein Gegenüber längst eine Antwort erwartet.
Zurückhaltung ist ein Erfolg
Wenn auf einer Dimension gerade wenig gefragt war und du dich deshalb zurückhältst, ist das richtig — und wird hoch bewertet. Ein guter Zug bedient meist nur ein bis zwei Dimensionen aktiv.
Für jede Aussage schaut die Bewertung auf vier Dinge:
- Was vorher gesagt wurde — worauf du reagiert hast.
- Wo das Gespräch gerade steht — Einstieg, Anliegen klären, informieren, entscheiden oder abschließen.
- Den Gesprächsauftrag — was in diesem Moment dafür nötig war.
- Was deine Aussage bewirkt hat — die Worte deines Gegenübers, sein Verhalten (in eckigen Klammern, z. B. [zögert]) und seine Gefühlslage.
Fair bewertet
Öffnet sich dein Gegenüber oder beruhigt sich, spricht das für deine Aussage. Bleibt eine sichtbare Reaktion aus, ist das kein Abzug — nicht jede gute Aussage löst sofort etwas aus. Und: Es wird nie etwas von dir verlangt, das du zum Zeitpunkt deiner Aussage noch gar nicht wissen konntest.
Die Punkte von 1 bis 10
Jede Dimension bekommt in jeder Sequenz einen Wert von 1 bis 10. Die Farben findest du im Feedback an den Balken und Noten wieder.
Die Aussage hat genau getroffen, was der Moment brauchte — hier war nichts Besseres verfügbar.
Die Aussage trägt. Ein erkennbar wirksamerer Schritt wäre aber möglich gewesen.
Was gebraucht wurde, kam zu kurz — oder etwas kam zu früh, zu viel oder passte gerade nicht.
Die Aussage hat den Moment deutlich verfehlt, in die eine oder andere Richtung.
Die 10 ist kein Ideal
Eine 10 heißt nicht „perfekt, besser geht es nicht“, sondern „in diesem Moment genau richtig“. Dass man etwas immer auch anders sagen könnte, ist kein Mangel. Gelungene Aussagen sind der Normalfall — hohe Werte sind also ausdrücklich erreichbar.
Die sechs Dimensionen
Die Dimensionen beschreiben sechs Seiten guter Gesprächsführung. Sie greifen ineinander, werden aber getrennt bewertet — so siehst du genauer, wo eine Aussage getragen hat und wo noch Luft war. Bei jeder Dimension gilt derselbe Maßstab: Passt es zum Moment?
Zu jeder Dimension findest du, worauf geachtet wird, wie man durch zu wenig und durch zu viel danebenliegen kann — und ein Beispiel dafür, dass auch ein Zug mit wenig sichtbarem Aufwand hoch bewertet wird, wenn er zum Moment passt.
Empathie
Versuchst du zu verstehen, worum es deinem Gegenüber geht?
Hier geht es ums Verstehen-Wollen: Du versuchst nachzuvollziehen, was deinem Gegenüber wichtig ist, was es beschäftigt und welche Bedeutung die Situation für es hat — also seine Sicht der Dinge.
Darauf wird geachtet
- Anliegen erkennen und genauer erkunden
- offene Fragen, um Sorgen und Bedeutungen zu klären
- erkennen, welche Werte deinem Gegenüber wichtig sind
- aktives Zuhören: Gesagtes aufgreifen und zurückgeben, ohne gleich weiterzufragen
- Anerkennung für Stärken und Bemühungen
So liegt man daneben
Zu wenig
Der Blick bleibt bei Fakten und Abläufen, die Sicht deines Gegenübers kommt kaum vor.
Zu viel oder zur falschen Zeit
Nachfragen ohne neuen Erkenntnisgewinn — obwohl das Anliegen längst klar ist oder dein Gegenüber eigentlich eine Antwort braucht.
Auch gelungen — ohne viel sichtbaren Aufwand
Dein Gegenüber hat sein Anliegen bereits klar benannt, und du gehst ohne weitere Nachfrage zum nächsten sinnvollen Schritt über.
Hinweis: Gefühle wahrzunehmen und anzusprechen wird nicht hier bewertet, sondern bei der emotionalen Validierung.
Informationsvermittlung
Gibst du Informationen gut, wenn sie dran sind — und hältst du dich zurück, wenn nicht?
Diese Dimension hat zwei Seiten: Ist Information gefragt, zählt, wie gut du sie vermittelst. Ist sie (noch) nicht gefragt, zählt, ob du dich zurückhältst. Beides kann eine hohe Punktzahl bekommen.
Darauf wird geachtet
- Sachfragen direkt beantworten
- in gut verdaulichen Portionen statt alles auf einmal
- verständliche Sprache ohne Fachjargon
- eine Vorwarnung, bevor schwierige Inhalte kommen
- nachfühlen, ob das Gesagte angekommen ist
- ausgewogen informieren, ohne Angst zu machen
- Empfehlungen, die sich im Alltag umsetzen lassen
So liegt man daneben
Zu wenig
Eine gestellte Sachfrage wird übergangen — oder die Information kommt zu viel auf einmal, in Fachsprache und ohne zu prüfen, ob sie verstanden wurde.
Zu viel oder zur falschen Zeit
Erklärungen oder Lösungen, obwohl dein Gegenüber gerade erzählen, nachdenken oder etwas loswerden wollte.
Auch gelungen — ohne viel sichtbaren Aufwand
Dein Gegenüber schildert gerade seine Situation, und du hebst dir die Erklärungen bewusst für später auf.
Hinweis: Vorher zu fragen, was dein Gegenüber schon weiß, hilft, wenn unklar ist, was es braucht — ist das offensichtlich, darfst du direkt informieren. War keine Information gefragt, steht im Feedback „Info nicht gefordert“.
Gesprächsstrukturierung
Hat das Gespräch einen klaren roten Faden?
Hier geht es darum, wie du das Gespräch lenkst: Weiß dein Gegenüber, wo ihr gerade steht und wohin es geht?
Darauf wird geachtet
- ein Einstieg mit Begrüßung, Vorstellung und — wo passend — einem Überblick, worum es gehen soll
- ein erkennbarer roter Faden
- nachvollziehbare Themenwechsel und Überleitungen
- kein Verhör-Stil mit vielen geschlossenen Fragen hintereinander
- ein passender Rahmen bei schwierigen Gesprächen
- ein klarer Abschluss
- zielgerichtet, aber flexibel
So liegt man daneben
Zu wenig
Das Gespräch springt zwischen Themen, ein klarer Einstieg oder Abschluss fehlt, oder Fragen folgen im Verhör-Stil aufeinander.
Zu viel oder zur falschen Zeit
So eng geführt, dass das Anliegen deines Gegenübers keinen Platz mehr hat — oder ordnen und überleiten, wo ein offener Moment mehr gebracht hätte.
Auch gelungen — ohne viel sichtbaren Aufwand
Dein Gegenüber ist mitten in einer belastenden Schilderung, und du gibst Raum, statt zu ordnen oder zum nächsten Punkt überzuleiten.
Personenorientierung
Steht dein Gegenüber mit seiner Lebensrealität, seinem Tempo und seinen Werten im Mittelpunkt?
Hier geht es um deine Haltung: Richtet sich das Gespräch nach deinem Gegenüber — seiner Lebenssituation, seinem Tempo, seinen Werten — oder vor allem nach deinem Plan?
Darauf wird geachtet
- Selbstbestimmung respektieren und nicht überreden
- nicht vorschnell Lösungen anbieten
- Zweifel und Widerstand annehmen, statt dagegenzuhalten
- Zwiespalt erkennen und ernst nehmen („einerseits … andererseits“)
- bei Zurückhaltung oder Skepsis zum Mitreden einladen
- die Lebensumstände mitdenken
- nicht belehren, bevormunden oder moralisieren
So liegt man daneben
Zu wenig
Du bestimmst das Gespräch und drängst auf die aus deiner Sicht richtige Lösung — das verstärkt oft den Widerstand.
Zu viel oder zur falschen Zeit
Alles offenlassen, obwohl dein Gegenüber eine klare Einschätzung, Haltung oder Orientierung von dir gebraucht hätte.
Auch gelungen — ohne viel sichtbaren Aufwand
Dein Gegenüber fragt direkt nach deiner Einschätzung, und du gibst sie klar, statt die Frage zurückzugeben. Auch ein führender Zug kann also personenorientiert sein.
Emotionale Validierung
Werden Gefühle wahrgenommen, benannt und bekommen sie Raum?
Hier geht es um die Gefühlsebene: Nimmst du wahr, was dein Gegenüber fühlt, und gibst du dem Gefühl so viel Raum, wie es gerade braucht?
Darauf wird geachtet
- Gefühle wie Angst, Ärger, Trauer oder Unsicherheit erkennen
- sie benennen, z. B. „Das verunsichert Sie sehr.“
- Verständnis zeigen und die Gefühlsäußerung anerkennen
- behutsam nachfragen, was hinter dem Gefühl steckt
- schwierige Gefühle aushalten und Schweigen zulassen, statt sie schnell wegzuerklären
So liegt man daneben
Zu wenig
Ein deutlich spürbares Gefühl wird übergangen, heruntergespielt oder wegerklärt.
Zu viel oder zur falschen Zeit
Gefühle unterstellen, wo keine im Weg stehen — oder erneut darauf eingehen, obwohl dein Gegenüber schon weiter ist und eine Antwort erwartet.
Auch gelungen — ohne viel sichtbaren Aufwand
Dein Gegenüber stellt eine sachliche Frage, und du beantwortest sie klar, ohne vorher noch einmal auf Gefühle einzugehen.
Kooperation
Wird dein Gegenüber an Entscheidungen beteiligt?
Hier geht es um Beteiligung: Wird dein Gegenüber gleichberechtigt einbezogen, wenn etwas zu entscheiden, zu lösen oder zu vereinbaren ist?
Darauf wird geachtet
- partnerschaftlich statt von oben herab
- Möglichkeiten transparent machen
- gemeinsam entscheiden
- bei Problemen gemeinsam nach Lösungen suchen
- Werte und Lebensumstände einbeziehen
- Selbstbestimmung ohne Druck
- Unterstützung erfragen und anbieten, ohne sie aufzudrängen
So liegt man daneben
Zu wenig
Dein Gegenüber wird informiert statt einbezogen, und eine oberflächliche Zustimmung reicht als Ergebnis.
Zu viel oder zur falschen Zeit
Aushandeln, wo eine klare Auskunft oder Entscheidung von dir gefragt war — oder Optionen auffächern, obwohl gerade nichts zu entscheiden ist.
Auch gelungen — ohne viel sichtbaren Aufwand
Dein Gegenüber erzählt gerade von einer Belastung, und du hörst zu, statt Optionen anzubieten.
Im Netzdiagramm der Übersicht stehen einige Dimensionen verkürzt: „Information“, „Struktur“, „Personenfokus“, „Validierung“.
Die Sequenzen im Detail
Im Reiter Sequenzen findest du jede deiner Aussagen einzeln. Ein Klick klappt sie auf. So ist eine Sequenz aufgebaut:
Note und Dimensionen
Rechts neben jeder Sequenz steht ihre Note (z. B. 7.8/10). Sie ist der Durchschnitt der sechs Dimensionen — wobei die Dimensionen stärker zählen, die in diesem Moment wichtig waren. Darunter siehst du jede Dimension als Balken. Mit dem kleinen Pfeil daneben öffnest du die Begründung: Sie erklärt, woran sich der Wert festmacht.
Beispiel
Die Markierungen „tragend“ und „nachrangig“
Nicht jede Dimension ist in jedem Moment gleich wichtig. Deshalb wird für jede Sequenz eingeschätzt, wie entscheidend eine Dimension gerade für den Gesprächsauftrag war:
- tragend — hier entscheidet sich, ob das Gespräch vorankommt. Meist sind das ein bis drei Dimensionen. Sie zählen voll.
- ohne Markierung — die Dimension spielt normal mit und zählt etwas weniger.
- nachrangig — in diesem Moment kaum entscheidend. Sie zählt deutlich weniger, aber nie gar nicht.
Wichtig: Die Markierung sagt nichts darüber, wie gut du warst — nur, wie wichtig die Dimension gerade war. Eine nachrangige Dimension kann also eine 10 haben und eine tragende eine 4.
Stärken und Verbesserungsvorschläge
+ Stärken
Was in dieser Sequenz gut funktioniert hat — konkret benannt, damit du weißt, was du beibehalten kannst.
→ Verbesserungsvorschläge
Was an dieser Stelle noch mehr erreicht hätte — beschrieben als nächster Entwicklungsschritt, nicht als Fehler. Fehlt der Block, gab es hier nichts, was wirklich mehr erreicht hätte. Kritik wird nicht erfunden, nur um ein Feld zu füllen.
Mögliche Alternativen
Mögliche Alternativen
Zu jeder Sequenz gibt es genau zwei Sätze, die du an dieser Stelle wörtlich hättest sagen können. Das solltest du dazu wissen:
- Zwei verschiedene Richtungen: Meist verfolgen sie unterschiedliche Ziele — etwa auf ein Gefühl eingehen oder eine Sache klären. Manchmal ist Zuhören die beste Reaktion; dann sind beide Vorschläge Varianten davon.
- Nur mit dem Wissen von damals: Die Vorschläge stützen sich allein auf das, was du beim Sprechen wissen konntest — nicht auf die Antwort, die erst danach kam.
- In deiner Anrede: Hast du gesiezt, siezen auch die Vorschläge; hast du geduzt, duzen sie.
- Angebote, keine Musterlösung: Es gibt sie auch bei gelungenen Aussagen — als weitere Möglichkeiten, nicht als Zeichen, dass deine Aussage falsch war.
Die Übersicht
Der Reiter Übersicht zeigt das Gespräch als Ganzes. Von oben nach unten findest du:
Die Gesamtnote von 10 bis 100 (wie sie entsteht, steht weiter unten). Das Netzdiagramm zeigt die sechs Dimensionen über das ganze Gespräch — jeweils der Durchschnitt aus allen Sequenzen, gewichtet danach, wie wichtig die Dimension jeweils war.
Ob der Auftrag erreicht, teilweise erreicht oder nicht erreicht wurde, mit Begründung und den entscheidenden Momenten. „Nicht beurteilbar“ erscheint, wenn das Gespräch dafür zu kurz war oder das Szenario keinen Auftrag hat.
Drei bis fünf Stichpunkte mit den wichtigsten Erkenntnissen und darunter ein kurzer Gesamteindruck.
Die drei wichtigsten Stärken und die drei wichtigsten Entwicklungsschritte — bezogen auf das ganze Gespräch, nicht auf einzelne Sätze.
Wie sich das Gespräch entwickelt hat — mit Blick auf die Herausforderungen und den Gesprächsauftrag.
Wie sich dein Gegenüber am Ende vermutlich fühlt: Wurden seine Anliegen gehört und bearbeitet?
Wenn du reflektiert hast, steht hier dein Text, eine Rückmeldung darauf und einige praktische Tipps. Diese Rückmeldung bewertet das Gespräch nicht noch einmal — sie geht auf deine Einschätzung ein, bestätigt, wo sie zutrifft, und hilft bei Unsicherheiten. Als Leitfragen dienen: Wie hast du das Gespräch erlebt? Was ist dir gut gelungen, was weniger? Wo hast du dich unsicher gefühlt? Welche Gefühle hat dein Gegenüber in dir ausgelöst?
Wie die Gesamtnote entsteht
Ein Gespräch kann in vielen einzelnen Momenten gut geführt sein und sein Ziel trotzdem verfehlen — oder umgekehrt. Deshalb setzt sich die Gesamtnote aus zwei Teilen zusammen:
Wie gut du in den einzelnen Sequenzen reagiert hast: alle Werte aller Sequenzen, gewichtet danach, wie wichtig die jeweilige Dimension gerade war.
Der Blick aufs ganze Gespräch: Was wurde am Ende tatsächlich erreicht?
Beide Teile anteilig verrechnet und auf 100 hochgerechnet.
Für die Wirkung zählen vier Fragen:
- Wurden die Herausforderungen des Gesprächs erkannt?
- Wurden schwierige Themen angesprochen, statt ihnen auszuweichen?
- Passten die Reaktionen zur jeweiligen Herausforderung?
- Wurde der Gesprächsauftrag am Ende erfüllt? Das ist die wichtigste der vier Fragen.
Die Note liegt immer zwischen beiden Teilen
Es wird nichts hochgerechnet oder abgezogen, nur gewichtet. Beispiel: Handwerk 8, Wirkung 6 — die Gesamtnote liegt dann irgendwo zwischen 60 und 80. Deshalb ist sie auch nicht einfach der Durchschnitt deiner Sequenznoten.
Zustimmung unter Druck zählt nicht
Stimmt dein Gegenüber am Ende nur zu, weil es überredet oder gedrängt wurde, gilt der Auftrag nicht als erfüllt. Es zählt, ob das Ergebnis wirklich trägt.
Weil die Wirkung viel Gewicht hat, wird sie zur Absicherung mehrfach unabhängig eingeschätzt — so verzerrt ein einzelner Ausreißer die Note nicht. Wie die beiden Teile in deinem Gespräch genau verrechnet wurden, siehst du in der Übersicht auf der Karte „Gesprächsauftrag“ unter „Wie wurde gewichtet?“.
Gut zu wissen
Eine Einschätzung, keine Messung
Das Feedback ist eine fachlich begründete Lesart deines Gesprächs. Deshalb steht zu jedem Wert eine Begründung, die du prüfen kannst. Würde dasselbe Gespräch noch einmal bewertet, könnten einzelne Werte leicht anders ausfallen. Aussagekräftiger als eine einzelne Zahl ist die Entwicklung über mehrere Trainings.
Was nicht bewertet wird
Rechtschreibung, Tippfehler und Grammatik spielen keine Rolle — sie entstehen beim schnellen Tippen oder durch die Spracherkennung. Bewertet werden auch nie du als Person, sondern immer konkrete Gesprächsmomente.
Wenn eine Sequenz nicht bewertet wurde
Selten bricht die Bewertung einer Sequenz ab. Sie wird dann automatisch nachgeholt; ansonsten kannst du sie in der Sequenz mit „Bewertung erneut versuchen“ selbst anstoßen. Dein Gespräch bleibt dabei erhalten.
Wer dein Feedback sieht
Trainierst du über eine Akademie, sieht sie nur, ob und wie viel du trainierst — nicht deine Gespräche und nicht deine Bewertungen. Das Feedback kannst du als PDF speichern oder dir per E-Mail schicken.
Fachbegriffe nachschlagen
Begriffe wie „aktives Zuhören“ oder „Change Talk“ sind im Feedback fein gestrichelt unterstrichen. Ein Klick öffnet die Erklärung im Glossar in einem neuen Tab — dein Feedback bleibt offen.
So nutzt du dein Feedback
- 1Starte mit der Zusammenfassung. Sie gibt dir in einer Minute das Gesamtbild.
- 2Vergleiche mit deiner eigenen Einschätzung. Wo stimmt das Feedback mit deinem Eindruck überein, wo nicht? Gerade die Unterschiede sind lehrreich.
- 3Schau dir zwei, drei Sequenzen genauer an — besonders die, in denen eine tragende Dimension niedrig bewertet ist. Dort liegt meist der größte Hebel.
- 4Lies die Begründungen. Die Zahl sagt dir, wie es war — die Begründung sagt dir, warum.
- 5Sprich die alternativen Formulierungen einmal laut. Was sich für dich natürlich anfühlt, kannst du im nächsten Training ausprobieren.
- 6Nimm dir einen Schwerpunkt vor. Lieber eine Sache gezielt üben als alles auf einmal.
Häufige Fragen
Warum bekomme ich eine hohe Punktzahl auf einer Dimension, obwohl ich dazu kaum etwas gesagt habe?
Weil an dieser Stelle auf dieser Dimension wenig gefragt war. Wer sich dann zurückhält, macht es richtig. Beispiel: Dein Gegenüber stellt eine sachliche Frage, und du beantwortest sie klar, ohne vorher noch auf Gefühle einzugehen — das kann auch bei der emotionalen Validierung eine 9 sein.
Meine Aussage war gut – warum gibt es trotzdem alternative Formulierungen?
Die Alternativen zeigen, wie man an dieser Stelle auch hätte reagieren können. Sie erweitern dein Repertoire und sind kein Hinweis darauf, dass deine Aussage falsch war.
Warum steht bei einer Sequenz kein Verbesserungsvorschlag?
Weil es an dieser Stelle nichts gab, was spürbar mehr erreicht hätte. Verbesserungsvorschläge gibt es nur, wenn wirklich etwas offengeblieben ist.
Warum ist meine Gesamtnote nicht der Durchschnitt meiner Sequenznoten?
Weil zur Gesamtnote neben dem Handwerk aus den Sequenzen auch die Wirkung des ganzen Gesprächs gehört — allen voran, ob der Gesprächsauftrag erfüllt wurde. Mehr dazu unter Wie die Gesamtnote entsteht.
Mein Gegenüber hat am Ende zugestimmt – warum gilt der Auftrag trotzdem nicht als erfüllt?
Entscheidend ist, ob das Ergebnis trägt. Eine Zustimmung, die nur zustande kam, weil Einwände übergangen wurden oder Druck im Spiel war, zählt nicht als Erfolg.
Ich sehe eine Stelle anders als das Feedback. Wer hat recht?
Lies zuerst die Begründung: Sie nennt, woran die Einschätzung festgemacht ist. Überzeugt sie dich nicht, ist deine eigene Sichtweise ebenso wertvoll — Gesprächsführung hat selten nur eine richtige Lösung. Wenn dir eine Bewertung unplausibel vorkommt, schreib uns gern an support@commtrain.de. Solche Hinweise helfen uns, das Feedback zu verbessern.
Bereit für das nächste Gespräch?
Jedes Training ist eine Gelegenheit, eine Sache gezielt auszuprobieren.