Rolling with Resistance
Auch: Mit Widerstand mitgehen, Diskordanz
Widerstand nicht konfrontieren, sondern aufnehmen und umlenken — wie im Aikido. Gegenargumentieren verstärkt Widerstand, Mitgehen entkräftet ihn.

Worum geht's?
Wenn das Gegenüber Widerstand zeigt — Rechtfertigung, Gegenargumente, „Ja, aber …“ — ist das ein Signal, dass etwas in der Beziehung oder im Vorgehen nicht stimmt. Rolling with Resistance heißt: nicht dagegen drücken, sondern den Widerstand zunächst anerkennen und sanft umlenken. In neueren MI-Versionen wird statt „Resistance“ oft „Sustain Talk“ und „Discord“ unterschieden — das Vorgehen bleibt ähnlich.
Wann einsetzen?
- •Sobald Sie merken: das Gegenüber argumentiert gegen Sie.
- •Bei „Ja, aber …“-Mustern.
- •Wenn Sie sich selbst dabei ertappen, gegen den Patienten zu argumentieren — Stopp.
Wann NICHT?
- •Bei Kooperation — da ist kein Widerstand zu rollen.
- •Bei klar gefährlicher Fehlinformation — hier respektvoll, aber bestimmt korrigieren.
So machst du's
- 1Reflektion einsetzen: den Widerstand spiegeln, nicht widerlegen.
- 2Verstärkte Reflektion: leicht überspitzt zurückgeben („Das käme für Sie überhaupt nicht in Frage.“).
- 3Doppelseitige Reflektion: beide Seiten benennen.
- 4Autonomie betonen: „Es ist Ihre Entscheidung.“
- 5Fokus wechseln: vom konfliktträchtigen Thema kurz weg.
Beispiele
Ich lass mir doch nicht von Ihnen vorschreiben, was ich essen soll!
Sie wollen selbst entscheiden, wie Sie mit Ihrer Ernährung umgehen — das verstehe ich. Was wäre denn aus Ihrer Sicht ein Weg, der für Sie passen würde?
Autonomie wahren + offen umlenken.
Häufige Fallstricke
- •„Aber Sie müssen doch …“ — sofortiger Rückfall ins Konfrontieren.
- •Mitgehen mit klar falscher Information aus falsch verstandener Akzeptanz.