Paraphrasieren
Auch: Umformulieren, Spiegeln
Das Gehörte mit eigenen Worten zurückgeben, um Verstandenes zu prüfen und dem Gegenüber zu zeigen: Ich habe wirklich zugehört.
Worum geht's?
Paraphrasieren ist die einfachste Form der Reflektion: Sie wiederholen das Gesagte sinngemäß in eigenen Worten. Das hat zwei Effekte — erstens zwingt es Sie, wirklich zugehört zu haben, und zweitens kann das Gegenüber Ihre Zusammenfassung bestätigen, korrigieren oder erweitern. So entstehen ohne Mehrarbeit präzisere Anliegen-Klärungen — egal ob in Anamnese, Beratung oder Coaching.
Wann einsetzen?
- •Nach komplexen oder mehrdeutigen Schilderungen — bevor Sie inhaltlich weitermachen.
- •Wenn Sie unsicher sind, ob Sie Ihr Gegenüber richtig verstanden haben.
- •Vor Diagnose- oder Therapieerklärungen, um das Verständnis abzugleichen.
Wann NICHT?
- •Bei kurzen, eindeutigen Aussagen — das wirkt herablassend.
- •Mechanisch nach jedem Satz — sonst entsteht der „Papagei-Effekt“.
So machst du's
- 1Warten, bis das Gegenüber ausgesprochen hat.
- 2Mit „Wenn ich Sie richtig verstehe …“ oder „Sie meinen also …“ beginnen.
- 3Den Kern in 1–2 Sätzen wiedergeben — nicht alles, sondern das Wesentliche.
- 4Mit „… stimmt das?“ oder kurzem Blickkontakt zur Bestätigung schließen.
Beispiele
Ich nehme die Tabletten schon, aber wenn es mir besser geht, lass ich sie schon mal weg, weil ich denke, dann brauch ich sie ja nicht.
Wenn ich Sie richtig verstehe: Sie passen die Einnahme danach an, wie Sie sich gerade fühlen — und in guten Phasen pausieren Sie.
Sachlich, ohne Wertung — eröffnet Raum für Korrektur und Vertiefung.
Häufige Fallstricke
- •Wortwörtlich wiederholen statt sinngemäß umformulieren.
- •Eigene Interpretation einschmuggeln und als Zusammenfassung verkaufen.
Abzugrenzen von
Paraphrasieren ist die einfache Form der Reflektion — bei der komplexen Reflektion wird zusätzlich das dahinterliegende Gefühl benannt.