Decision Aids nutzen
Auch: Entscheidungshilfen, Patient Decision Aids
Strukturierte Entscheidungshilfen (Broschüren, Webtools, Videos) machen Risiken und Optionen visuell greifbarer. Ergänzung zum Gespräch — nicht Ersatz.
Worum geht's?
Patient Decision Aids sind validierte Hilfsmittel, die komplexe medizinische Entscheidungen aufbereiten — oft mit Visualisierungen von Risiken, persönlichen Werte-Klärungs-Fragebögen oder Pro/Kontra-Listen. Sie reduzieren Entscheidungs-Konflikte und stärken informierte Wahlmöglichkeit. Wichtig: zur Ergänzung des Gesprächs, nicht zur Delegation.
Wann einsetzen?
- •Bei komplexen oder risikobehafteten Entscheidungen.
- •Wenn Patient zur Bedenkzeit mehr nach Hause mitnehmen soll.
- •Bei werteabhängigen Entscheidungen — Decision Aid hilft beim Sortieren.
Wann NICHT?
- •Als Ersatz für das Gespräch.
- •Wenn die verfügbare Decision Aid nicht zur konkreten Situation passt.
So machst du's
- 1Decision Aid als Ergänzung einführen: „Hier ist eine Übersicht, die Ihnen zu Hause helfen kann …“
- 2Gemeinsam einmal durchgehen — nicht einfach mitgeben und vergessen.
- 3Quelle prüfen: validiert (z.B. Patientenleitlinien) oder Werbung?
- 4Nachfrage im Folgetermin: „Hat das Material Ihnen geholfen — was war hilfreich, was nicht?“
Beispiele
Die Patientenleitlinie der DKG hat eine sehr gute Übersicht über die zwei Optionen, mit Risiko-Zahlen visualisiert. Lassen Sie uns die Seite hier kurz gemeinsam durchgehen — und Sie nehmen sie mit nach Hause für die Entscheidung.
Validierte Quelle, gemeinsam gestartet, klar als Ergänzung.
Hier ist eine Broschüre, lesen Sie das mal in Ruhe durch.
Patient bleibt allein mit dem Material, kein Bezug zu seiner konkreten Situation.
Die Hersteller-Broschüre erklärt das gut, da sind alle Vorteile drin.
Hersteller-Material ist tendenziös, nicht ausgewogen — keine echte Decision Aid.
Häufige Fallstricke
- •Material verwenden, das einseitig ist (z.B. von Pharmaherstellern).
- •Decision Aid statt Gespräch — Patient wird allein gelassen.
- •Zu komplexes Material für Bildungs-/Gesundheitskompetenz des Patienten.