Vor- und Nachteile besprechen (SDM)
Auch: Pros and Cons
Für jede Option: was spricht dafür, was dagegen? Mit echten Zahlen, in einfacher Sprache, mit Bezug zum Alltag des Gegenübers.
Worum geht's?
Zweiter Schritt im SDM (auch „Option Talk“). Pro Option Nutzen und Schaden gegenüberstellen — mit verständlichen, möglichst absoluten Zahlen (z. B. „von 100 Personen …“). Visualisierungshilfen wie Decision Aids erleichtern das Verständnis erheblich.
Wann einsetzen?
- •Nach der Optionen-Übersicht.
- •Wenn das Gegenüber informiert entscheiden möchte.
Wann NICHT?
- •Wenn das Gegenüber noch emotional aufgewühlt ist — zuerst Emotionen adressieren.
- •In erschöpfender Detailtiefe — sonst steigt das Gegenüber aus.
So machst du's
- 1Pro Option: 2–3 wichtigste Vorteile, 2–3 wichtigste Nachteile.
- 2Absolute Häufigkeiten statt relative Risiken („3 von 100“ statt „30 % Risikoreduktion“).
- 3Konkret machen: „Das bedeutet für Ihren Alltag …“
- 4Verständnisrückfragen einbauen (Teach-Back).
- 5Decision Aids/Schaubilder nutzen, wenn vorhanden.
Beispiele
Bei der Operation würden 90 von 100 Patient:innen langfristig krebsfrei bleiben — der Eingriff bedeutet aber 6–8 Wochen Reha. Bei der Strahlentherapie liegt die Erfolgsrate ähnlich, dafür haben Sie keine OP, aber 7 Wochen tägliche Termine. Was davon klingt für Sie herausfordernder?
Häufige Fallstricke
- •Relative Zahlen ohne absolute Bezugsgröße.
- •Nebenwirkungen kleinreden oder beschönigen.