Validierung (emotional)
Auch: Validation, Emotionale Validierung
Gefühle ausdrücklich als verständlich und legitim anerkennen — auch wenn man die zugrundeliegende Sicht nicht teilt.
Worum geht's?
Validierung heißt: das Gefühl des anderen wird nicht bewertet, beruhigt oder weggemacht — sondern explizit anerkannt. „Das ist verständlich, dass Sie das so empfinden.“ Validierung ist gerade bei Wut, Angst und Trauer der erste Schritt, bevor irgendetwas Lösendes passieren kann.
Wann einsetzen?
- •Bei jedem starken Gefühl — Wut, Angst, Trauer, Scham.
- •Bevor Sie sachlich antworten, korrigieren oder informieren.
- •Bei Menschen, die sich übergangen oder nicht ernst genommen fühlen.
Wann NICHT?
- •Validierung von Inhalten, die Sie nicht teilen — Sie validieren das Gefühl, nicht die Schlussfolgerung.
- •Mechanische Standardsätze ohne Bezug.
So machst du's
- 1Gefühl benennen: „Sie sind wütend.“ / „Das macht Ihnen Angst.“
- 2Verständnis ausdrücken: „Das ist absolut verständlich.“
- 3Erst danach inhaltlich weitergehen — nicht davor.
Beispiele
Sie haben mich beim letzten Mal überhaupt nicht ernst genommen!
Es ist verständlich, dass Sie so empfunden haben — und es tut mir leid, wenn das so rüberkam. Erzählen Sie mir, was beim letzten Mal passiert ist.
Validierung des Gefühls, ohne sich an der eigenen Darstellung festzubeißen.
Häufige Fallstricke
- •Validierung mit „Aber …“ direkt entwerten („Verständlich, aber Sie sehen das falsch.“).
- •Validierung als Phrase einsetzen, ohne präsent zu sein.
Abzugrenzen von
Empathie ist das innere Spüren, Validierung der ausgesprochene Akt der Anerkennung. Validierung wirkt nur, wenn Empathie sie trägt.