E — Emotions (Emotionen adressieren)
Auch: SPIKES Emotions, NURSE, Empathische Reaktion
Nach der Mitteilung: nicht weiterreden. Stille aushalten, Emotion benennen, validieren. Das Modell NURSE bietet einen praktischen Werkzeugkasten dafür.

Worum geht's?
Schritt 5 des SPIKES-Protokolls — und für viele der schwerste. Nach der Mitteilung folgen Schock, Tränen, manchmal Schweigen. Hier nicht zur Therapieplanung springen, sondern bleiben. Das NURSE-Modell hilft: Naming, Understanding, Respecting, Supporting, Exploring — Gefühle benennen, Verständnis zeigen, würdigen, Unterstützung anbieten, weiter erkunden.
Wann einsetzen?
- •Immer nach dem Überbringen schlechter Nachrichten.
- •Bei jeder sichtbaren Emotion im Gespräch (Tränen, Wut, Schweigen, Verzweiflung).
Wann NICHT?
- •Niemals: Emotionen wegmoderieren oder relativieren („Das wird schon wieder.“).
So machst du's
- 1Stille aushalten — mindestens 5 Sekunden.
- 2Naming: „Das macht Ihnen Angst.“ / „Sie sind sehr betroffen.“
- 3Understanding: „Das kann ich gut nachvollziehen.“
- 4Respecting: „Es ist absolut verständlich, dass Sie so reagieren.“
- 5Supporting: „Wir gehen das gemeinsam an. Sie sind nicht allein.“
- 6Exploring: „Was geht Ihnen gerade durch den Kopf?“
Beispiele
(weint)
(reicht Taschentuch, Pause) Das ist eine furchtbare Nachricht. Lassen Sie sich Zeit.
Naming + Respecting + Supporting — verbal sparsam, präsent.
Häufige Fallstricke
- •Sofort zur Therapie überleiten, weil Emotionen unangenehm sind.
- •Mitleid statt Empathie („Oh Gott, das tut mir so leid für Sie!“ überfordert oft eher).
- •Eigene Emotionen so stark werden lassen, dass das Gegenüber trösten muss.