Calgary-CambridgePhase 2 von 4
Informationssammlung
Auch: Anamnese, Calgary Gathering
TL;DR
Strukturierte Anamnese mit Mix aus offenen und geschlossenen Fragen — und mit Blick auf Medizinisches UND Psychosoziales.
Worum geht's?
Zweite Phase des Calgary-Cambridge-Modells. Nach der Eröffnung folgt das systematische Erfassen von Symptomen, Vorgeschichte und Lebenswelt. Gute Anamnese mischt offene Fragen (für die Geschichte) mit geschlossenen Fragen (für Spezifika) und vergisst die psychosoziale Seite nicht.
Wann einsetzen?
- •Nach der Gesprächseröffnung.
- •Bei Erstkontakt zu einem neuen Anliegen.
Wann NICHT?
- •Wenn das Anliegen klar und eng umrissen ist — kein vollständiges Anamnesegespräch.
So machst du's
- 1Mit offenen Fragen starten, dann gezielt eingrenzen (Trichter-Prinzip).
- 2Sowohl Sachebene als auch psychosoziale Aspekte abfragen.
- 3Kontext erfassen: Beruf, Familie, Belastungen.
- 4Zwischendurch zusammenfassen.
Beispiele
Arzt
Erzählen Sie mir, wie die Schmerzen angefangen haben. — — — Wie wirkt sich das auf Ihren Alltag aus, beruflich und zuhause?
Häufige Fallstricke
- •Nur geschlossene Fragen — das Gegenüber antwortet ja/nein, der Kontext fehlt.
- •Nur Sachebene — psychosoziale Belastungen werden übersehen.
Verwandte Einträge
Gesprächseröffnung
Begrüßung, Vorstellung, Atmosphäre, Anliegen klären — und Agenda gemeinsam abstecken. Setzt den Ton für das gesamte Gespräch.
Erklärung und Planung
Sachverhalt und Plan in der Sprache des Gegenübers, in Häppchen, mit Rückfragen und Verständnisprüfung. Nicht: Monolog.
Offene Fragen (OARS)
Fragen, die mit „Was“, „Wie“ oder „Inwiefern“ beginnen — und nicht mit Ja/Nein beantwortbar sind. Die Tür für jedes vertiefende Gespräch.