Follow-up anbieten
Auch: Folgetermin, Anschluss-Begleitung
Nach einem Diagnosegespräch: der Patient bleibt nicht allein. Ein klar benannter nächster Kontakt — Termin, Telefonnummer, Ansprechperson — gibt Halt und reduziert Ohnmacht.
Worum geht's?
Eine schwere Nachricht ist nicht mit dem Verlassen der Praxis verarbeitet — sie wirkt nach. Wer in den ersten Tagen nicht weiß, an wen er sich wenden kann, fühlt sich verlassen. Ein konkretes Follow-up ist nicht nur höflich, sondern Teil der Behandlung: es macht den Übergang in den Alltag tragfähig.
Wann einsetzen?
- •Bei schwerwiegenden Diagnosen oder Prognosen.
- •Wenn Entscheidungsbedarf besteht und der Patient Bedenkzeit braucht.
- •Wenn psychosoziale Begleitung wahrscheinlich nötig wird (z.B. Psychoonkologie, Sozialdienst).
Wann NICHT?
- •Bei Routine-Befunden ohne emotionale Tragweite — wirkt sonst übertrieben.
So machst du's
- 1Konkreten nächsten Termin benennen, idealerweise schon im Gespräch festlegen.
- 2Direkten Kontakt anbieten: Telefonnummer, E-Mail, Ansprechperson — am besten mit Namen.
- 3Wenn relevant: Hinweis auf weitere Begleitung (Psychoonkologie, Sozialdienst, Selbsthilfe).
- 4Schriftliche Mitnahme: kurze Notiz mit zentralen Punkten und Kontaktdaten.
Beispiele
Wir sehen uns am nächsten Donnerstag um 10 Uhr. Hier ist meine direkte Durchwahl — wenn vorher Fragen aufkommen, rufen Sie an. Frau Schneider von der Psychoonkologie meldet sich morgen bei Ihnen für ein erstes Gespräch, wenn Sie das möchten.
Drei konkrete Anker: Termin, Telefon, dritte Person für Begleitung. Patient hat Halt für die nächsten Tage.
Wenn etwas ist, melden Sie sich einfach.
Zu unspezifisch. „Einfach melden“ heißt in der Realität: niemand meldet sich. Konkrete Wege fehlen.
Den Folgetermin können Sie an der Anmeldung ausmachen, die haben da Plätze frei.
Patient muss aktiv werden — in einer Phase, in der das schwer ist. Termin sollte hier festgelegt werden.
Häufige Fallstricke
- •Vage Floskeln statt konkreter Kontaktwege.
- •Folgetermin in vier Wochen — zu lang in der akuten Verarbeitungsphase.
- •Sich darauf verlassen, dass der Patient sich von selbst meldet.
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Diesen Eintrag auch im Glossar:
/wissen/badnews-followup