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Breaking Bad News — schwere Nachrichten überbringen
Zwölf Stationen, ca. 25 Minuten. Vom Setting über Warning Shot, klare Mitteilung und Containing nach Bion bis zum Follow-up. Lehnt sich an SPIKES an, ergänzt um die Bausteine, die in der Praxis tragen: Hoffnung realistisch rahmen, Verständnis prüfen, Nächste Schritte strukturiert anbieten.
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Vor der Mitteilung
- 1S — Setting (Rahmen schaffen)Rahmen vor Inhalt.
Rahmen vor Inhalt: Privatsphäre, Ruhe, ungestörte Zeit, Sitzposition. Wer hier spart, bezahlt im weiteren Verlauf doppelt.
- 2P — Perception (Wahrnehmung erfragen)
Vor dem Sagen: Fragen. Was weiß das Gegenüber bereits? Was vermutet es? So sprechen Sie weder Bekanntes nochmal durch noch treffen Sie unvorbereitet.
- 3I — Invitation (Einladung)
Das Gegenüber gibt das Tempo vor. Manche wollen alle Details sofort, andere lieber portioniert oder erstmal nur das Grobe. Fragen Sie.
Mitteilung
- 4Warning Shot (Warnschuss)Die Sekunde, die alles trägt.
Ein kurzer Satz, der ankündigt: jetzt kommt etwas Schwieriges. Gibt dem Gegenüber 1–2 Sekunden, sich innerlich zu rüsten — bevor die Nachricht selbst landet.
- 5K — Knowledge (Wissen vermitteln)
Mit Vorwarnung, in kleinen Portionen, ohne Fachjargon — und mit Pausen zum Andocken. Nicht der ganze Befund, sondern das, was jetzt zählt.
Nach der Mitteilung
- 6Pause / Schweigen aushalten (nach belastender Mitteilung)Aushalten, nicht zufüllen.
Direkt nach der Diagnose nicht weiterreden. 5–15 Sekunden Schweigen. Der Patient braucht Zeit, das Gehörte überhaupt zu fassen — bevor irgendetwas anderes Sinn macht.
- 7E — Emotions (Emotionen adressieren)Der schwerste Schritt.
Nach der Mitteilung: nicht weiterreden. Stille aushalten, Emotion benennen, validieren. Das Modell NURSE bietet einen praktischen Werkzeugkasten dafür.
- 8Containing — Affekte aufnehmen und regulieren (nach Bion)Die Haltung, die alles trägt.
Sorgen, Ängste und Trauer des Patienten innerlich aufnehmen, ordnen und in einer für ihn erträglichen Form zurückspiegeln. Die Beziehung trägt die schwere Information mit — eine zentrale Haltung in jedem Bad-News-Gespräch.
- 9Verständnis prüfen
Nach zentralen Informationen aktiv klären, was wirklich angekommen ist. Nicht: „Haben Sie verstanden?“ — sondern: „Was werden Sie Ihrer Familie heute Abend erzählen?“
- 10Hoffnung realistisch rahmen
Hoffnung ist nicht Heilung. Auch bei schwerer Prognose gibt es Perspektiven — auf Lebensqualität, gemeinsame Zeit, Kontrolle über Schmerzen, würdiges Abschiednehmen. Diese realistisch zu rahmen ist Aufgabe, nicht Trostpflaster.
Abschluss
- 11S — Strategy (Strategie & nächste Schritte)
Erst wenn Emotionen Raum hatten: gemeinsame Planung der nächsten Schritte. Konkret, überschaubar, mit klaren Verantwortlichkeiten.
- 12Zusammenfassen und Abschluss
Am Ende des Diagnosegesprächs: kurz die zentralen Punkte sichern und das weitere Vorgehen klar benennen. Nicht alles wiederholen — die Anker für die nächsten Tage setzen.
- 13Follow-up anbieten
Nach einem Diagnosegespräch: der Patient bleibt nicht allein. Ein klar benannter nächster Kontakt — Termin, Telefonnummer, Ansprechperson — gibt Halt und reduziert Ohnmacht.