OARS — die vier Techniken
Affirmationen (OARS)
Auch: Würdigungen, Affirmations
TL;DR
Konkrete, ehrliche Würdigung von Stärken, Bemühungen und Werten — keine billigen Komplimente. Stärkt die Selbstwirksamkeit.
Worum geht's?
Affirmationen sind das A in OARS. Im Gegensatz zum Lob („Toll gemacht!“) richten sie sich auf konkrete Stärken, Werte oder Anstrengungen, die das Gegenüber gezeigt hat. Sie stärken die Selbstwirksamkeit und sind oft das, was nach einem Gespräch hängen bleibt.
Wann einsetzen?
- •Bei sichtbaren Bemühungen, Fortschritten oder Ressourcen.
- •Bei geringer Selbstwirksamkeitserwartung.
- •Nach Change Talk — um ihn zu verstärken.
Wann NICHT?
- •Zu früh oder pauschal — wirkt unecht und manipulativ.
- •Bei starken negativen Emotionen — erst validieren, nicht würdigen.
- •Niemals zur Bestätigung von Fehlinformation.
So machst du's
- 1Konkret bleiben: was genau hat das Gegenüber getan oder gezeigt?
- 2Auf Stärken oder Werte zielen, nicht auf Ergebnisse.
- 3„Sie“-Form statt „Ich finde toll, dass …“.
Beispiele
Arzt
Es zeigt, wie wichtig Ihnen die Gesundheit Ihres Kindes ist, dass Sie sich so intensiv informieren.
Konkret + werteorientiert — wirkt echt.
Häufige Fallstricke
- •„Super!“ — wirkt wie ein Smiley, nicht wie eine Affirmation.
- •Affirmationen einsetzen, um Widerstand zu umgehen.
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Fragen, die mit „Was“, „Wie“ oder „Inwiefern“ beginnen — und nicht mit Ja/Nein beantwortbar sind. Die Tür für jedes vertiefende Gespräch.
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Change Talk
Aussagen des Gegenübers, die in Richtung Veränderung zeigen — Wunsch, Fähigkeit, Gründe, Bedarf, Verpflichtung. Erkennen, hervorlocken, verstärken.
Diesen Eintrag auch im Glossar:
/wissen/mi-affirmationen