Akzeptanz (MI-Spirit)
Auch: Acceptance
Wertschätzende, nicht-wertende Grundhaltung — Respekt vor der Autonomie des Gegenübers, auch wenn Sie inhaltlich anders entscheiden würden.
Worum geht's?
Akzeptanz im MI hat vier Facetten: absoluter Wert (jeder Mensch ist wertvoll), Autonomie (das Recht zu entscheiden), akkurate Empathie (das Erleben des anderen verstehen) und Affirmation (Stärken sehen). Akzeptanz heißt nicht Einverstandensein — sondern Würdigung der Person, auch wenn das Verhalten kritisch zu sehen ist.
Wann einsetzen?
- •Durchgehend, besonders bei Scham, Schuld oder Tabuthemen (Sucht, Sexualität, Adipositas).
- •Wenn das Gegenüber Widerstand zeigt oder sich rechtfertigt.
- •Bei Entscheidungen, die Sie inhaltlich nicht teilen.
Wann NICHT?
- •Wenn andere gefährdet sind — hier braucht es klare Grenzen.
- •Wenn akzeptierendes Schweigen Vermeidung stabilisieren würde.
- •Bei respektlosem Verhalten im Gespräch — Grenzen ziehen.
So machst du's
- 1Bewusst auf moralisierende Wörter verzichten („Sie müssten doch eigentlich …“).
- 2Autonomie explizit benennen: „Das ist Ihre Entscheidung.“
- 3Stärken benennen, nicht nur Probleme.
Beispiele
Ich rauche seit 30 Jahren. Aufhören will ich nicht.
Das ist Ihre Entscheidung, und ich respektiere die. Wäre es trotzdem in Ordnung, wenn ich Ihnen kurz schildere, was ich aus medizinischer Sicht sehe?
Autonomie wahren — und dennoch im Gespräch bleiben.
Häufige Fallstricke
- •Akzeptanz mit Gleichgültigkeit verwechseln.
- •Bei wirklichen Gefährdungen aus Akzeptanz heraus zu lange schweigen.
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Diesen Eintrag auch im Glossar:
/wissen/mi-akzeptanz