Spiegeln & Fragen
Reflektion (allgemein)
Auch: Reflective Listening
TL;DR
Übergeordneter Begriff für das Spiegeln von Inhalten, Gefühlen oder Bedeutungen. In MI Kern, in der Grundtechnik unverzichtbar.
Worum geht's?
Reflektion ist der Oberbegriff für alle Spiegelungen: einfache (Inhalt), gefühlsfokussierte (Emotion), komplexe (Bedeutung). Sie zeigt dem Gegenüber, dass Sie zugehört haben, lädt zur Vertiefung ein und ist gleichzeitig ein Verständnis-Check für Sie selbst.
Wann einsetzen?
- •Nach Aussagen mit Tiefe — egal ob Sachverhalt oder Emotion.
- •Bei Ambivalenz — beide Seiten benennen.
- •Statt einer weiteren Frage, wenn das Gespräch zu „abgefragt“ wirkt.
Wann NICHT?
- •Bei Sachfragen, die Antworten brauchen.
- •Mechanisch oder zu häufig.
So machst du's
- 1Aussage-Form, keine Frage.
- 2Sinngemäß, nicht wörtlich.
- 3Gelegentlich auch das benennen, was zwischen den Zeilen liegt.
Beispiele
Patient
Ich versuche das alles, aber meine Frau macht nicht mit, und so geht das einfach nicht.
Arzt
Sie strengen sich an — und gleichzeitig fühlen Sie sich allein damit.
Häufige Fallstricke
- •„Papagei-Effekt“ durch wortwörtliches Wiederholen.
- •Reflektion als getarnte Frage.
Verwandte Einträge
Reflektionen (OARS)
Das Gehörte in eigenen Worten zurückgeben — entweder einfach (Inhalt) oder komplex (Gefühl/Bedeutung dahinter). Das Herzstück des MI.
Paraphrasieren
Das Gehörte mit eigenen Worten zurückgeben, um Verstandenes zu prüfen und dem Gegenüber zu zeigen: Ich habe wirklich zugehört.
Aktives Zuhören
Aufmerksames, signalisierendes Zuhören, das dein Gegenüber spüren lässt: „Ich werde wahrgenommen.“ Die Basis jeder gelingenden Gesprächsführung — in Beratung, Therapie, Coaching, Pflege oder Medizin.
Validierung (emotional)
Gefühle ausdrücklich als verständlich und legitim anerkennen — auch wenn man die zugrundeliegende Sicht nicht teilt.
Diesen Eintrag auch im Glossar:
/wissen/reflektion